4 Gründe, warum Sie bei Werbetexten lieber auf automatische Übersetzungstools verzichten sollten

Gastbeitrag von Caterina Saccani.


Beim Thema Übersetzen denken viele sofort an kostenlose Übersetzungstools, wie z.B. Google Translate. Da sich maschinell erzeugte Übersetzungen in den letzten Jahren wesentlich verbessert haben, werden sie zunehmend von Unternehmen genutzt, die unter Zeitdruck stehen oder denen es an finanziellen Mitteln mangelt. Die automatischen Übersetzungstools „spucken“ dann die Übersetzungen von Webseiten und Werbematerial in Sekundenschnelle aus.


Dieser Post zielt nicht darauf ab, automatische Übersetzungstools ein für alle Mal zu verurteilen, vielmehr soll aufgezeigt werden, wo ihre Grenzen liegen. Zum Beispiel ist nichts daran auszusetzen, automatische Übersetzungstools für private Zwecke zu nutzen. Sie planen eine Reise nach China? Dann kann es nicht schaden, eine App mit Texterkennung herunterzuladen, die Sie im China-Restaurant vor bösen Überraschungen bewahrt.


Unternehmen sollten hingegen grundsätzlich einen großen Bogen um automatische Übersetzungstools machen und sich für eine Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Übersetzer entscheiden. Sollte das Budget sehr knapp ausfallen, können Übersetzungstools vielleicht noch für die interne Unternehmenskommunikation oder zum schnelleren Verständnis von eigehenden internationalen Schreiben genutzt werden.


Keinesfalls sollten Sie auf eine Übersetzungs-Software zurückgreifen, wenn Texte veröffentlicht werden sollen oder der externen Kommunikation dienen. Dies gilt z.B. für internationale Werbekampagnen, Webseiten, Newsletter usw. Diese Texte sollen schließlich nicht nur einen informativen Zweck erfüllen, sondern dienen vielmehr der Unternehmenspräsentation auf internationaler Ebene – Image und Glaubwürdigkeit des Unternehmens hängen stark davon ab. Hier wird klar: Diese Aufgabe können automatische Übersetzungstools aus den folgenden vier Gründen nicht erfüllen.

1. Qualität des Textes

Texte, die international genutzt werden, dürfen keinen einzigen Fehler enthalten. Selbst wenn automatisch erstellte Übersetzungen verständlich erscheinen, sind sie noch immer mit Fehlern gespickt, die den Text ins Lächerliche ziehen. Glaubwürdigkeit und Ruf des Unternehmens könnten dadurch Schaden nehmen. Viele professionelle Übersetzer weigern sich darüber hinaus, automatisch generierte Übersetzungen zu korrigieren, weil dies oft zeitaufwändiger ist, als den Text komplett neu zu übersetzen. Sollten Sie im Nachhinein doch noch die Hilfe eines qualifizierten Übersetzers benötigen, so dürften Sie damit rechnen, mehr Zeit und Geld investieren zu müssen, als wenn Sie sich direkt an ihn gewandt hätten.

2. Lokalisierung

Vor dem Übersetzen des Werbematerials in eine andere Sprache sollten Sie grundsätzlich auf die Lokalisierung achten, also darauf, dass der Text auf sprachlicher und kultureller Ebene auf die Gegebenheiten des entsprechenden Landes angepasst wird. Die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich haben z.B. die englische Amtssprache gemein, verwenden jedoch teilweise unterschiedliche Wörter und Datumsangaben. Darüber hinaus ist der Sprachgebrauch in den Vereinigten Staaten eher umgangssprachlich, während er im Vereinigten Königreich weitaus formaler ausfällt. Es versteht sich von selbst, dass automatische Übersetzungstools diese sprachlichen und kulturellen Nuancen nicht vermitteln können.

3. Rhetorische Stilmittel und Redewendungen

Werbetexte sind oft mit rhetorischen Figuren und Redewendungen übersät, deren Funktion darin besteht, eine emotionale Bindung zum Kunden aufzubauen. Einige Werbetexte reimen sich sogar. Ein qualifizierter Übersetzer, der den Text in seine Muttersprache überträgt und dessen Fachgebiet Marketing ist, wird nicht lange hadern und einen Werbespruch finden, der sich ebenfalls reimt und beim Kunden dieselbe Wirkung wie im Original erzielt. Automatische Übersetzungstools erstellen hingegen nur wörtliche Übersetzungen, bei denen rhetorische Feuerwerke eindeutig auf der Strecke bleiben.

4. Ranking

Wenn Sie mit einer mehrsprachigen Internetpräsenz glänzen möchten, sollten Sie bedenken, dass Google sprachlich weniger ausgefeilte Texte, die „automatisch übersetzt“ wurden, im Ranking nach unten rutschen lässt. Es mag vielleicht seltsam erscheinen, aber dies gilt ebenso für Texte, die mit Google Translate erstellt werden!

Probieren Sie es einfach selbst aus: Generieren Sie eine automatische Übersetzung einer Unternehmens-Webseite, die Produkte oder Dienstleistungen aus Ihrer Branche anbietet, ins Deutsche. Welchen Eindruck hat diese Webseite bei Ihnen hinterlassen? Würden Sie gerne Geschäftsbeziehungen mit diesem Unternehmen aufbauen?

Wenn Sie für Ihre internationale Werbekampagne ein eingeschränktes Budget zur Verfügung haben, könnten Sie sich zunächst darauf beschränken, die wichtigsten Inhalte übersetzen zu lassen und künftig weitere hinzuzufügen. Bedenken Sie stets: Arbeiten Sie von Anfang an mit Textern und qualifizierten Übersetzern zusammen, deren Fachgebiet die Werbebranche ist – nur so werden Sie sofort das gewünschte Ergebnis erzielen und Ihr Unternehmen international optimal präsentieren können.


Quellen: • http://www.evs-translations.de/blog-de/automatisierte-webseiten-ubersetzung-fehler-und-stolperfallen/ • http://creativetranslation.com/international-digital-marketing-mistakes/ • http://www.k-international.com/blog/google-penalizes-bad-machine-translation/ • http://www.bdue.de/fileadmin/files/PDF/Auftraggeber/Uebersetzung_keine_Glueckssache.pdf

Dieser Gastbeitrag stammt von Caterina Saccani.



Caterina Saccani (M.A.) arbeitet als Konferenzdolmetscherin und Fachübersetzerin für Italienisch. Sie unterstützt vor allem mittelständische Unternehmen, die auf dem italienischen Markt Fuß fassen möchten und Anwaltskanzleien, die oft mit italienischen Mandanten arbeiten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Rechts- und Marketingtexten, sowie auf der Übersetzung von Webseiten ins Italienische mit Suchmaschinenoptimierung.

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